Quomodo Blog

Der dritte Tag im Norden begann mit nur noch – 4°C, viel Schnee und richtig schlechter Sicht. Also das beste Wetter, um nach Narvik zu fahren. Oder…?

Vorbei an Björkliden (heißt aus dem samischen übersetzt so viel wie „nur ein Zelt passt auf die Spitze“), wo sich der nördlichste Golfplatz Schwedens (9 Löcher) befindet, und mit ordentlichen Schneeverwehungen auf der Straße ging es bis nach Riksgränsen (ja, das heißt übersetzt wirklich Reichsgrenze) an der Grenze zu Norwegen. Hier befindet sich das nördlichste Skigebiet Schwedens wo man das ganze Jahr über Ski fahren kann. Außerdem ist es einer der niederschlagsreichsten Orte Schwedens. Während es dort etwa 1000 mm Schnee und Regen im Jahr gibt, sind es in Abisko (nur eine halbe Autostunde östlich) nur noch 300 mm. Nach 10 Metern in Norwegen stand dort dann ein großes orangenes Schild, das uns sagte dass die Straße nach Narvik gesperrt ist. Also kehrten wir wieder um und lernten unterwegs von unserer Reisebegleitung Emma, dass man die Steine des Arran (der Feuerstelle der Sami) nicht anderweitig benutzen sollte weil sonst schlimme Sachen passieren. Klingt schamanisch gruselig und ich werde es bestimmt nicht testen 😉

Wieder zurück in Abisko sind wir mit Emma zur Abisko Sky Station gelaufen. Auf deren Homepage kann man sich Livebilder einer dort befindlichen Kamera anschauen. Schon viel zu oft habe ich vorm PC gesessen und sehnsüchtig die tollsten Nordlichter angehimmelt… Anschließend sind wir durch knietiefen Schnee zu einem Sami-Camp gestapft. Dort waren verschiedene Hütten der Sami aufgebaut, quasi ein kleines Freilichtmuseum. Da es weiterhin wie verrückt schneite, sahen wir innerhalb kürzester Zeit aus wie Schneemänner.

Sami-Hütte bei Abisko

Sami-Hütte bei Abisko

Um 14 Uhr war es bereits total dunkel und so fuhren wir vom Vandrarhem an der Touriststation nach Abisko ‚Dorf‘ um dort im coop „Lapporten“ einzukaufen. So weit im Norden war die Auswahl doch ein wenig anders. Es gab viel mehr Fleisch und deutlich weniger frische Sachen (aber wie auch, bei den Transportwegen).

Dann ging es durch tiefen, weichen Pulverschnee zu einer Sauna direkt am Torneträsk. Es gab ein Vorwärm-Zimmer, das komplett mit Holz verkleidet war und einen Kamin hatte (zum erstmal warm werden) und ein zweites, in dem die wirkliche Sauna war. Zwischendurch ging es raus zum Rumrollen im Schnee (zum Eisbaden in den See konnten wir leider nicht, da das Wasser nur halb gefroren und eine Mischung aus Wasser und Eisbrocken war). Im ersten Moment fühlte es sich an wie tausend Nadelstiche, aber es war ein super Erlebnis! Obwohl ich es sonst hasse, wenn es so warm draußen ist, scheint es ab einer Temperatur von 80°C wieder okay zu sein… Natürlich nur, wenn es hinterher eine eiskalte Dusche gibt; aber dazu ein andermal mehr. Kurz danach fühlten wir uns sehr erfrischt, aber nach dem Weg zurück zum Hostel waren wir schon wieder reif für die Sauna. Überhaupt wird man schnell süchtig nach dem Saunieren, da kann man die Finnen schon verstehen.

unsere Sauna am Torneträsk

unsere Sauna am Torneträsk


Abisko Schlucht

Abisko Schlucht

Unseren letzten Abend verbrachten wir mit Karten spielen und Rodeln. Und nach einem Morgenspaziergang zur Abisko Schlucht war unser Lappland-Abenteuer leider schon wieder zu Ende. Angesichts der erneuten Temperatursteigerung über Nacht war uns (gewohnterweise immernoch 3-lagig angezogen) ganz schön warm geworden bei unserer kurzen Wanderung. Wie schnell man sich doch an wirklichen Winter gewöhnen kann…. Inzwischen waren es sogar Plusgrade und der gesamte Schneematsch auf den Straßen zu Eis geworden und so wurden die Schneeketten am Bus angelegt und früher als geplant begaben wir uns wieder auf den Rückweg. Mit 40 km/h krochen wir also über die Straßen und sahen einige LKWs ohne Schneeketten auf uns zurutschen oder mitten auf der Straße die Schneeketten anlegen. Über Gällivare ging es zum Polarkreis, wo wir an einem der berühmten Schilder zum Andenken Fotos machen konnten. Kurze Zeit später stoppten wir zum Abendbrot, es gab Elchburger, die waren wirklich richtig lecker 🙂 Und über Luleå ging es an der schwedischen Ostküste wieder zurück in den Süden, wo wir bei +8°C Außentemperatur wieder in Göteborg eingetrudelt sind. Am liebsten wäre ich sitzen geblieben und sofort wieder mit in den Norden gefahren…

Polarkreis

Lapland jag saknar dig och jag kommer tillbaka!
Und wen das Fernweh jetzt gepackt hat: Hier gibt’s die ausführliche photografische Zusammenfassung.

by Tine Jan 21, 2016 Views:888 Share:

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