Quomodo Blog

Während in Deutschland die Beerenzeit leider schon dem Ende zugeht, ist sie im Norden noch in vollem Gange. Aber um auch hierzulande noch die letzten Rest zu verwerten, die nicht mehr zum Marmelade kochen o.ä. reichen, habe ich ein Rezept für euch, das den Beerensommer nochmal zurück holt: Drottningkladdkaka!

Dieser Kuchen ist inspiriert von Drottningsylt, einer Marmelade, die je zur Hälfte aus Himbeeren und Blaubeeren besteht. Die Beschreibung der „Königinnenmarmelade“ ist schon über 100 Jahre alt, das erste mal erwähnt wurde sie nämlich in einem alten Kochbuch (Hemmets kokbok) aus dem Jahre 1903. Und auch wenn die Rezeptur für die Marmelade nur Blaubeeren und Himbeeren vorsieht, eignet sich der Kuchen hervorragend dazu, alle Beeren zu nutzen, die der Garten noch so hergibt: rote und weiße Johannisbeeren, Brombeeren, Himbeeren und Heidelbeeren (oder auch Moltebeeren, Allackerbeeren o.ä., wenn man in Lappland ist). Da der Teig recht süß ist, bilden die etwas säuerlichen Beeren einen tollen Kontrast dazu.

Blaubeeren

Brombeeren


Rezept für Drottningkladdkaka:

Die Menge ist eigentlich für eine 20 cm-Springform gedacht, eine normale geht aber auch, da wird der Teig eben etwas dünner. Wenn man alle Angaben verdoppelt, kann man auch auf einem Blech backen. Wie immer verwende ich bei den Mengen die in Skandinavien üblichen dl-Angaben (1 dl = 100 ml): entweder man benutzt zum Abmessen die praktischen Helfer von IKEA oder einfach die Volumen-Angabe am Messbecher.

Zutaten für den Teig:

  • 1 Ei
  • 1 dl Zucker
  • 50 g Butter (geschmolzen)
  • 1,5 TL Backpulver
  • 2 dl Buttermilch
  • 3 dl Mehl
  • evtl. 50 g weiße Schokolade, gehackt oder geschmolzen

Zutaten für den Beerenbelag:

  • insgesamt mindestens 250 g Beeren
    • z.B. 125 g Blaubeeren (frisch oder gefroren)
    •  + 125 g Himbeeren (frisch oder gefroren)
  • 2-3 TL Kartoffelstärke (o.ä.)
  • 1 EL Zucker

Zubereitung:

  1. Den Ofen auf 180°C vorheizen und die gewählte Backform mit Backpapier auslegen.
  2. Das Ei und den Zucker schaumig rühren (dauert etwa 3 min). Dann die restlichen Zutaten hinzugeben und gründlich verrühren. Statt Buttermilch wird in Schweden filmjölk (eine Art Dickmilch) verwendet, dadurch wird der Teig noch etwas cremiger. Eigentlich ist Buttermilch als Ersatz ausreichend, wer mag kann hier aber noch einen EL Naturjoghurt beimischen.
    Eine weitere „kann“-Zutat ist weiße Schokolade. In einen echten Kladdkaka gehört für mich jedenfalls Schokolade, deswegen darf sie auch im Drottningkladdkaka nicht fehlen. Je nachdem wie man Schoki im Kuchen sonst mag, kann sie vorher geschmolzen oder gehackt werden (oder eben weggelassen).
  3. Den Teig in die Form geben und gleichmäßig verteilen.
  4. Für den Belag die Beeren in einer Schüssel mischen (wer will, kann auch mehr als 250 g nehmen, allerdings sollte der Kuchen nicht überladen werden) und die Kartoffelstärke unterrühren. Das bindet den schon ausgetretenen Saft der Beeren und sorgt dafür, dass der Teig nicht matschig wird.
  5. Die Beeren auf dem Teig verteilen (wenn sich zu viel Brühe gebildet hat, sollte die nicht mit auf den Teig) und dann den Zucker darüber streuen. Wer das säuerliche Aroma der Beeren nicht so mag, kann hier auch etwas mehr Zucker nehmen.Drottningkladdkaka
  6. Den Kuchen bei 180 °C auf mittlerer Schiene etwa 30 min backen und dann abkühlen lassen.Drottningkladdkaka
  7. Dann mit Puderzucker bestreuen, mit einem Klecks Sahne oder Vanillesoße garnieren oder einfach pur genießen.

Smaklig måltid!

Drottningkladdkaka

by Tine Aug 19, 2016 Views:450 Share:

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